Montag, 27. Mai 2013

*Buchrezension* Vollstrecker der Königin-Der Baeldin-Mord von Angelika Diem

Die erste Novelle und wahrscheinlich das erste Buch, das uns zu 100% überrascht hat :)





Autorin: Angelika Diem
 
Titel: Vollstrecker der Königin - der Baeldin-Mord
  
Verlag: Machandel

Genre: Öhm.. Fantasykrimi?  Seiten: 120

Preis Taschenbuch: 4,90 ebook: 1,65 via Amazon

*kauf mich*





ACHTUNG LANG! Wie man zu so einem kurzen Buch so viel schreiben kann? Keine Ahnung :)

Als auf Schloss Baeldin eine einfache Zofe ermordet wird, wählt der Meister des Schwarzen Turmes mit Caitlynn ausgerechnet seine unerfahrenste Vollstreckerin aus, den Schuldigen ausfindig zu machen und zu richten.
Hoch im Norden, nahe der Grenze zu den hasserfüllten Horden der Coridin ist der Empfang so kalt wie der Schneesturm, der um Schloss Baeldin tobt.
Noch bevor Caitlynn ihren Schmerzstein füllen kann, schlägt ihr Misstrauen und Verachtung entgegen. Rasch wird klar, dass sie hier niemandem trauen kann, denn selbst das Mordopfer war nicht, was sie vorgab zu sein...QUELLE

Gefällt uns zwar nicht wirklich, passt aber 1A zum Buch, genau wie der Titel :)

Anna:
Fantasybücher haben für mich idealerweise zwischen 350 bis 600 Seiten, deshalb musste ich mich hier doch erstmal umstellen, auf der anderen Seite muss ich die Autorin aber auch dafür bewundern, dass sie in nur 120 Seiten eine ganze Welt vorstellen konnte, was hier wirklich gut gelöst ist.
Wenn ich im Vergleich z.B. der Kuss des Kjer (600 Seiten) und Vollstrecker der Königin mit nur einem fünftel der Seiten sehe, weiß ich vielleicht über die Welt von Kuss des Kjer mehr, aber grade dass soviel offenbleibt, lässt viel Spielraum für die eigene Fantasie, was das Buch ein Stück weit... individueller wirken lässt?
Jedenfalls glaube ich, dass jeder dieses Buch etwas anders empfindet, da einfach nicht ganz soviel "vorgekaut" wird wie bei anderen Büchern.
Hannah:
Eigentlich hat es mir auch gefallen, dass die Novelle so kurz war, allerdings reichte es bei mir nicht vollständig aus, um mich in diese Welt entführen zu lassen. Andererseits hatte ich aber nicht das Gefühl, dass etwas Wichtiges fehlte. Es war nur mein persönlicher Eindruck.
Durch den Schreibstil fühlt man sich sofort zurückversetzt in eine andere Zeit. Frau Diem gelingt es ihre Welt im Kopf des Lesers entstehen zu lassen und vermittelt Lebensstil und Zeitgeist wie ich finde sehr interessant.

Anna:
Die Novelle selbst findet, wenn man von Pro- und Epilog mal absieht, nur an einem Ort statt, wenn man mal von der kurzen Fahrt dorthin absieht: Das Schloss Baeldin.

Das ist auch der Grund, warum es mich zum ersten mal nicht gestört hat, dass es keine Landkarte gibt, und es ist schon wieder etwas, was einem in der Fantasy nicht oft begegnet, mir fällt spontan kein einziges Fantasybuch ein, dass nicht von einer ellenlangen Reise erzählt. Also noch ein Grund, warum diese Novelle eine wirklich nette Abwechslung für zwischendurch ist.
 
Hannah:
Außerdem spielt der Rest der Welt hier keine übermäßig große Rolle, wird aber immerhin angesprochen und man bekommt auch einen einigermaßen guten un umfangreichen Überblick.

Anna:
Ein anderer Grund dafür. dass ich in dieser Welt nicht leben wollen würde ist das Karma. Nicht nur nach dem Motto: Och nö, muss nicht sein, sondern wegen dem Karma des Karmas *Genitiv for the win*.
Ich würde es stattdessen am ehesten mit "der Macht" aus Star Wars vergleichen. Man kann damit viel Gutes anstellen, aber es bleibt eben noch immer Macht. Natürlich gibt es das auch in anderen Büchern, aber hier ist diese Macht nicht so unterschwellig, sondern sehr direkt:
Wenn deine Untertanen dir nicht gehorchen, dann zwinge sie einfach.

Hannah:
Das ist mir auch aufgefallen. Das Karma ist die ganze Zeit extrem präsent und stellenweise auch ziemlich (etwas zu?) aufdringlich.
Anna:
Soweit so gut, mir hat sich immer wieder die Frage gestellt, wie viel Macht ein Mensch haben sollte: Die Fürstenhäuser sind so viel mächtiger als die normale Bevölkerung, da Sie durch Generationen hinweg das Karma so "gezüchtet" haben, dass sie selbst im Vergleich zu einem einfachen Heiler, der etwas Karma besitzt, noch solche "Überwesen" sind, dass sie zu unnerreichbar sind.

Vielleicht ist mir auch deshalb klargeworden, wie wichtig es in anderen Büchern ist, dass niemand mit magischen Mächten den Thron erklimmen darf... Aber genug von meinem ethischen blabla,

Hannah:
Interessanter Gedanke eigentlich, aber ich denke das hängt einfach mit den wunderbar dargestellten Hierarchien zusammen. Ich meine, da das Buch in einem Königreich lebt spielt und jeder bereits mit der Begrüßung sein Standes- und Familiensymbol preisgibt und dein gegenüber deine Gefühle lesen und steuern kann wie in einem Buch, weshalb dann nicht über den Familienstand definieren, wie viel man über seinen Gegenüber erfahren darf?
Anna:
Kommen wir zum Gerechtigkeitssystem, das hier nur eins heißt: Gleiches mit Gleichem vergelten. Durch die sogenannten Vollstrecker wird jedem, der einen Mord begangen hat, der Schmerz übertragen, den das Opfer während der Tat gefühlt hat...

Zwar werden hier nicht Geistig gesunde Täter usw. nicht beachtet und es könnte auch Probleme mit psychisch kranken, die sich eben nur lebendig fühlen, wenn sie schmerzen haben, geben, aber das schiebe ich jetzt einfach auf den Umfang der Novelle, und wer außer mir kommt schon auf solche verqueeren Gedanken :)

Nicht haben kann ich solche Hüter-des-Geheimnisses, aber bei sowas bin ich einfach pingelig. Trotzdem: Das sind Drei Wörter, die kann man entweder zusammenschreiben oder einfach "Geheimnishüter" schreiben, ne ? :)
 *Pingelig-Modus-aus* Ups, jetzt fang ich auch schon so an^^

Caitlynn hat mir gut gefallen, auf der einen Seite, weil man grade soviel über sie weiß, dass sie greifbar und wirklich 3d wirkt, auf der anderen Seite, weil man soviel über sie nicht weiß, da man hier eher die Rolle der Beobachterin einnimmt, sodass man oft weniger weiß als Catelynn selbst.

Das hat mich zwar beim lesen etwas gestört, aber im Nachhinein finde ich es wirklich gut so, da das ganze so nicht den "Vollblutkrimi" Charakter hat, man aber trotzdem miträtseln kann, was auch ein Grund dafür ist, dass das die Novelle eingefleischten Krimifans vielleicht nicht ganz so gut gefallen könnte, für mich war es aber grade richtig.

Hannah:
Ich muss sagen, ich hatte mit den Charakteren echte Probleme, weil sie in meinem Kopf einfach keine Gestalt annahmen. Dadurch, dass das Buch so kurz ist, fehlten mir an manchen Stellen penible Details und ich hätte wirklich gerne mehr über Caitlynn erfahren, als das was sie oberflächlich preisgibt. Da hing ich auch bei allen anderen fest: durch das Charisma müssten die Charaktere eigentlich recht durchsichtig sein und auch die oberflächlichen Beschreibungen sind eher dürftig, dafür lassen sie aber Freiraum für Fantasie und geben einen guten allgemeinen Eindruck auf die gesamte Umgebung.
Anna:
Was ich wirklich klasse fand, war, dass Caitlynn sich nicht einfach einlullen lies sondern von vorneherein davon ausgegangen, dass jeder, egal ob Adelig oder nicht, der Mörder sein könnte, womit sie natürlich an viele Ecken anstößt, wovon sie sich aber nicht beeindrucken lassen hat.

Hannah:
Das hat mir auch gefallen. Man hatte viele Möglichkeiten zum miträtseln und einfach eine wunderbare Abwechslung zu anderen Büchern.

Wie kann man eine Novelle bewerten, die einfach völlig anders als die Fantasy ist, die man normalerweise liest? Es ist auf jedenfall eine gelungene Abwechslung für zwischendurch, und ich hoffe, es wird eine Fortsetzung geben, oder gleich einen Fantasyschmöker mit hunderten von Seiten^^



An Angelika Diem für dieses Rezensionsexemplar, auch wenn mich die Bemerkung über die "Knackigen Rezensionen" in der E-mail fasst mehr gefreut hat :)
Schaut auch mal bei ihrer *Seite* vorbei, unter anderem findet ihr da auch wunderschöne Gedichte^^

Freitag, 24. Mai 2013

Freitags... Chaos

Hallihallo!
Wisst ihr was ich tun sollte? Hier müsste ein Workshop sein.
Ich bin mit meinem Konzept aber noch nicht ganz zufrieden und möchte ihn deswegen noch mal zurück halten. Aber so viel sei gesagt: das ganze läuft unter dem superduper geheimen Titel "Randomness of Art" (ja, ich finde das klingt toll. Angeberisch und überheblich, aber toll. Und jetzt lasst mich halt *schmoll* :D).

Stattdessen habe ich mich schon mal durch die Kommentare für unser Gewinnspiel gelesen und ich finde es einfach wunderbar, dass sich so viele angesprochen gefühlt haben, ihre Lieblingszitate hier zu teilen. Ich warte ja immer noch darauf, dass jemand Goethe oder so zitiert... :) Ich habe auch darüber nachgedacht, was ich so schreiben würde und kam spontan tatsächlich auf einen Auszug des Gedichts "Welkes Blatt" von Hermann Hesse (dass ich irgendwann mal in einer Sammlung entdeckt habe). Ich möchte Euch aber lieber das gesamte Werk zeigen, daher:

Welkes Blatt
 
Jede Blüte will zur Frucht,
Jeder Morgen Abend werden,
Ewiges ist nicht auf Erden
Als der Wandel, als die Flucht.
 
Auch der schönste Sommer will
Einmal Herbst und Welke spüren.
Halte, Blatt, geduldig still,
Wenn der Wind dich will entführen.
 
Spiel dein Spiel und wehr dich nicht,
Laß es still geschehen.
Laß vom Winde, der dich bricht,
Dich nach Hause wehen.
- Hermann Hesse-

Das ist einfach nur als Anstoß gedacht, nehmt es mit oder vergesst es. Ich fand es einfach interessant.
Wie sieht es denn bei Euch so aus? Habt ihr ein Buch mit Gedichten darin? Könnt ihr Euch vielleicht mehr mit Musik identifizieren? Könnt ihr überhaupt etwas damit anfangen? Oder alles nerviges Gefühlsgedusel?
Ich habe auch längere Zeit versucht selbst zu schreiben, aber wenn man mal Kriterien im Internet liest, möchte man die Zeilen streichen und zerreißen bis man nich mal mehr ein Wort erkennt. Ich glaube mein ganz persönlicher Gedicht Hass kommt direkt aus dem Deutschunterricht. Also war es zumindest bei mir hauptsächlich Papierverschwendung und diese Versmaß Sache werde ich wohl niemals verstehen.

Das wäre dann das Superduper Freitagschaos... nächste Woche gibt es wieder eine richtige Kategorie, versprochen :D